Gründung Genossenschaft 1971
Unter dem Namen Wohnbaugenossenschaft Meggen (wbgm) gründen am 19. April 1971 neun Meggerinnen und Megger im Hotel Balm eine Genossenschaft mit Sitz in Meggen. Angeregt wird die Gründung einer Wohnbaugenossenschaft durch Mitglieder der CVP Meggen. Denn es besteht ein Bedarf an preisgünstigen Wohnungen für Familien, welche in bescheidenen finanziellen Verhältnissen leben. Deshalb sieht sich die Partei auch in der politischen Verantwortung, sich für das Wohl der Megger Familien einzusetzen. Die Gründungsmitglieder legen fest, dass der Name der Genossenschaft keinen parteipolitischen Bezug hat, um damit eine breite Abstützung über die Parteigrenzen hinaus zu gewährleisten.

Die erste Aufgabe des Vorstands ist der Erwerb von Bauland bei der Einwohnergemeinde Meggen. Als geeigntes Land bietet sich ein Grundstück im Sentibühl an, welches die Gemeinde durch eine Schenkung erhalten hat mit der Auflage, ein Teil des Grundstückes für den sozialen Wohnungsbau zu Verfügung zu stellen. An der Gemeindeversammlung vom 8. Mai 1972 wird der Gemeinderat ermächtigt, den Kaufvertrag für das Sentibühlland mit der Wohnbaugenossenschaft Meggen zu unterzeichnen.

Die Beschaffung des erforderten Genossenschaftskapitals für die Realisierung der geplanten Wohnhäuser erweist sich jedoch als sehr schwierig. Eine weitere Hürde zeigt sich bei der Mittelbeschaffung bei den Banken, welche aufgrund der grossen Bautätigkeit wenig Kredite sprechen und entsprechend hohe Zinsen von sieben bis acht Prozent verlangen.

Planung der ersten Wohnhäuser
Auf dem Sentibühlland hat die Liberale Baugenossenschaft bereits 1969 und 1972 je zwei Wohnhäuser erstellt. Von verschiedenen Seiten wird gewünscht, dass sich die neuen Wohnhäuser der wbgm in die bestehende Überbauung gut eingliedern. So kam es, dass auf das Angebot der Liberalen Baugenossenschaft – sämtliche Pläne, der von ihnen erstellten Häuser, zu einem Preis von 20’000 Franken zu erwerben – eingegangen wird.

Mit Ernst Dubacher wird ein Architekt engagiert, der gewillt ist das Projekt eines anderen zu realisieren. Die ersten Prüfungen ergeben jedoch, dass Planänderungen nötig sind, wenn die neusten Erkenntnisse der Wärmedämmung berücksichtigt werden sollen. Ebenso wird der fehlende Dachvorsprung bemängelt.
Schlussendlich genehmigt die ausserordentliche Generalversammung vom 24. November 1972 den Ankauf der Pläne, den Kostenvoranschlag von 1.4 Millionen Franken und den Erwerb des Grundstücks zum Preis von 35 Franken pro m2.

Angespannte Finanzlage
Die Finanzlage in der Schweiz mit rasanter Teuerung und die Mittelverknappung bei den Geldinstituten veranlasst den Bundesrat Gegensteuer zu geben. Er verfügt im Dezemeber 1972 eine restrektive Kreditvergabe, die auch das Bauvorhaben im Sentibühl betrifft. Alle Gesuche um einen Baukredit werden negativ beantwortet. Die einzige Hoffnung bleibt ein Härtekontingent, welches für die Finanzierung von wichtigen und dringenden Bauvorhaben – wie dem sozialen Wohnungsbau – bestimmt ist.

Baubewilligung 1973 erteilt
Ohne finanzielle Zusage wird trotzdem die Planung weitergeführt und die Baubewilligung wird am 8. August 1973 erteilt. An der Gemeindeversammlung im September 1973 wird die Ausrichtungvon gesetzlichen Kapitalzinszuschüssen und die Übernahme der Solidarbürgschaft für die zweite Hypothek beschlossen.
Unterdessen ist der Vorstand weiterhin aktiv mit der Beschaffung von mehr Anteilscheinkapital. Bis Ende 1973 kommen 111’000 Franken zusammen.

Finanzierung gesichert
Die erlösende Mitteilung kommt im Juni 1974, die Finanzierung aus dem Härtekontingent wird zugesichert. Mit nun 151’000 Franken Anteilscheinkapital, kann auch das erforderte Eigenkapital von 10 Prozent erreicht und somit das Bauvorhaben endlich realisiert werden.

Spatenstich für die ersten beiden Häuser
Der Spatenstich für die ersten beiden Wohnhäuser mit je sechs 4 1/2-Zimmerwohnungen erfolgt am 8. Juli 1974. Nach einer Bauzeit von acht Monaten können die ersten Mieter zwischen März und September 1975 einziehen. Die Anfangsmiete einer Wohnung beträgt 577 Franken pro Monat und zusätzlich 150 Franken Nebenkosten.

Vier Wohnhäuser zwischen 1975 und 2010 erstellt
Nach dem Bau der ersten beiden Wohnhäuser an der Sentibühlstrasse wird im Jahr 1997 an der Brisenstrasse 1 eine weitere Liegenschaft mit acht Familienwohnungen bezugsbereit. Das vierte Wohnhaus, mit ebenfalls acht Wohnungen, wird im Jahr 2010 an der Sonnmattstrasse 2 erbaut. Die Häuser an der Brisen- und Sonnmattstrasse sind in Zusammenarbeit mit der Liberalen Baugenossenschaft geplant und realisiert worden. Die Mehrzahl der Wohnungen ist für Familien konzipiert. Entsprechend leben mehrheitlich Familien mit Kindern in den 28 wbgm-Wohnungen.

Kreuztrotte gehört zum Gesamtprojekt Kreuzmatte
Im Jahr 2014 erwerben die beiden Megger Wohnbaugenossenschaften lbgm und wbgm die baufällige und leerstehende Kreuztrotte im Baurecht von der Einwohnergemeinde Meggen. Das Mostereigebäude ist Teil des Gesamtprojekts Kreuzmatte, wo weitere preisgünstige Wohnungen in zwei Mehrfamilienhäusern realisiert werden.

Einfache Gesellschaft Kreuztrotte gegründet
Für den Umbau und die Vermietung der Kreuztrotte gründen die beiden Wohnbaugenossenschaften die Einfache Gesellschaft Kreuztrotte. Ziel ist es, die Kreuztrotte zu sanieren, umzubauen und als Gewerbe-und Vereinsräume zu vermieten.

Einsprachen verzögern das Projekt
Aufgrund von Einsprachen gegen den Gestaltungsplan verzögert sich die Umsetzung. Erst anfangs 2018 wird die Baubewilligung erteilt. Die anschliessenden Umbau- und Sanierungsarbeiten werden im Mai 2019 beendet. Im Juni 2019 ziehen die Mieter – drei Gewerbebetriebe und ein Verein – in die neuen Räume der Kreuztrotte ein.

Erstellen von weiteren preisgünstige Wohnungen erneut blockiert
Die beiden Wohnhäuser auf der Kreuzmatte mit preisgünstigen Wohnungen für Meggerinnen und Megger können wegen einer laufenden Einsprache nicht wie geplant realisiert werden. (Stand Januar 2020)

Ehrenmitglieder
Franz Bucher. Hier
Josef Steffen. Hier
Peter Thalmann. Hier